Einladung zum Gespräch am 18. November

Liebe KollegInnen, die ihr bemüht seid um eine menschlich verträgliche Verkehrspolitik!

Im Rahmen des BNWN haben wir bereits einiges an Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und bei der Politik erreicht, sodass durchaus Chancen vorhanden sind, die ärgsten Unsinnigkeiten und Bedrohungen, wie Lobautunnel, Stadtstraße Hirschstetten, Spange Aspern etc. abzuwehren und die Erstellung eines neuen Verkehrskonzeptes, das auf sanfter Mobilität beruht, zu erreichen.

Allerdings sind wir noch lange nicht so weit. Die Aufklärung der Bevölkerung und der daraus folgende Protest müssen dringend weitergeführt werden. Und da wir im Südosten der Donaustadt bisher, verglichen etwa mit Hirschstetten, noch relativ wenige Menschen erreicht haben, scheint es mir an der Zeit, das vorhandene Protestpotential wirksam zu machen.

In der Region Groß-Enzersdorf – Essling – Aspern – Lobauvorland gibt es zahlreiche Betroffene, z.B., die in der Nähe des geplanten Abgasschlotes wohnen oder den durch das Lobauvorland strömenden Verkehr zu ertragen haben.

Ich lade euch daher herzlich ein zu einer Bersprechung

am Mittwoch, dem 18. November 2015, um 18.30 Uhr

im Wohlfühl Gasthaus, Esslinger Hauptstraße 170.

Dort ist ein Tisch im Extrazimmer unter meinem Namen reserviert.

Vorschlag zur Agenda:

– Entwicklungsstand der Straßenbauprojekte

– Informationsstand der Bewohner bzw. Wirksamkeit bisheriger Aufklärungsarbeit

– Ausgangssituation nach der Wien-Wahl

– Möglichkeiten und Strategien für unsere Arbeit

– Planung, Aktionen

Natürlich soll es ein völlig freies Gespräch sein, in das verschiedene Meinungen und Ideen eingebracht werden können. Wir agieren im Rahmen des BNWN, dessen Vertreter auch eingeladen werden. Wichtig erscheint mir auch, dass es eine gemeinsame Aktion von Donaustadt und Groß-Enzersdorf wird. Vorschläge, weitere Interessierte einzuladen, nehme ich gerne an.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen und bitte um Nachricht, wer dabei sei kann bzw. für wen der Termin ungünstig ist.

Freundliche Grüße,

Georg Hartl

Offener Brief an Bürgermeister Dr. Michael Häupl

Sehr geehrter Herr Bürgermeister!

Vor der Wahl haben sowohl Vizebürgermeisterin Vassilakou als auch Bezirksvorsteher Nevrivy Maßnahmen zum Schutz des Lobauvorlandes versprochen. Dieses Landschaftsschutz-, Siedlungs- und Erholungsgebiet wird zum unerträglichen Transit-„Schleichweg“ zwecks Vermeidung der zahlreichen Ampeln auf der Hauptstraße.

Wir sprechen hier von mehr als 8000 Fahrzeugen pro Tag, die sich durch großteils nur 5 Meter schmale Gassen drängen. Die offizielle Verkehrszählung vom Juni 2015 – durchgeführt im Auftrag der Stadt vom Büro Rosinak – hat eine Frequenz mit Spitzenwerten von fast 900 Autos pro Stunde in der Früh ergeben.

Zwischen 5 Uhr früh und bis mindestens 1 Uhr nachts fahren PKW, Motorräder und LKW auf diesen Wegen (z.B. Kirschenallee, Ultzmangasse, Saltenstraße, Brockhausengasse, Lobaugasse, Schilfweg) von der Raffineriestraße nach Groß Enzersdorf mit weit überhöhten Geschwindigkeiten bis zu – offiziell gemessenen – 105km/h in der 30er Zone!

Eine wahre Hölle an Abgasen und Lärm. Die Lärmdiagramme, die allen zuständigen Behörden seit Jahren bekannt sind, haben Verkehrslärm im Freien von ca. 80dB mit mehrmaligen Spitzen von über 97dB (!) belegt. Im Raum haben wir – bei gekipptem Fenster – für bis zu 20 Stunden am Tag einen Verkehrsschallpegel von 65dB (!) und das in einem Gebiet, das nach dem Gesetz, Herr Bürgermeister, als besonders ruhiges Gebiet ausgewiesen ist, in dem die Summe des Verkehrslärmes – ausgenommen Fluglärm – 50dB bei Tag und 40dB bei Nacht im Freien nicht übersteigen darf.

In anderen Bezirken Wiens wird mittels gegenläufiger Einbahnen der Durchzugsverkehr aus den Siedlungsgebieten herausgehalten. Die Verkehrspolitik der Donaustadt hat diesbezüglich ein schweres Defizit.

Halbherzige Lösungen wie nicht kontrollierte 30er Zonen und 500 Meter auseinanderliegende Schwellen sind wirkungslos.

Bei einer Veranstaltung hat SPÖ-GR Taucher den Grätzelbewohnern unter dem Titel „ Ideenforum Essling Lobauvorland“ die Möglichkeit gegeben, konstruktiv an einem wichtigen Projekt mitzuarbeiten: wir sollten Vorschläge einbringen, welche Art von Büschen – Hagebutte, Felsenbirne,…. auf der brachliegenden Fläche zwischen Essling und der Lobau angebaut werden sollen. Das interessiert nicht, solange die Wohnqualität im Lobauvorland wegen des Durchzugverkehrs aus Gänserndorf und Bratislava unter aller Kritik ist.

Zum Vergleich: In einer Ausgabe der Bezirkszeitung konnte man genau die an einem Informationsabend unserer Bürgerinitiative vorgetragenen Forderungen zur Reduzierung des MIV als Vorschläge der FPÖ lesen.

Die Pendler-Autofahrer aus dem Bezirk Gänserndorf haben am 11.Oktober nicht ihre Stimmen abgegeben, sehr wohl aber die geknechteten Anrainer.

Zur Lösung des Problems braucht es einen mutigen Politiker, dem nicht Ansehen und vermeintliche Macht wichtig ist, sondern das Wohl und die Lebensqualität derer, die in seinem Bezirk leben.

Wir brauchen für eine lebenswerte Urbanität den Rückbau von Straßen, den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und P&R Anlagen an den Stadträndern.

Der „wahre kollektive Luxus“ der Städter sind Grünräume wie das Naturschutzgebiet Lobauvorland!

Wenn die SPÖ nicht bald aufwacht, ist die hauchdünne Mehrheit in der Donaustadt ganz sicher weg.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister machen Sie bitte Druck: stärken Sie Bezirksvorsteher Nevrivy den Rücken, damit er seine Vorwahlversprechen auch einlöst.

Mit freundlichen Grüßen

Herta Erblich

BI „Rettet das Lobauvorland“